Lehrstuhl für Finnougristik
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Forschungsprojekte

Forschungsprojekte von Prof. Dr. Ksenia Shagal:


ab 2026: DFG-Projekt “Northern Mansi Corpus (NOMAC): A century and more of Northern Mansi in a diachronic corpus”

NOMAC (Northern Mansi Corpus) will create an openly accessible diachronic corpus of a critically endangered Uralic minority language of Siberia. It will make more than a century of language change and cultural history accessible to scholarly and speaker communities, and it will allow us to study how a language can change under immense pressure from a dominant language (in this case, Russian). Northern Mansi is a comparatively close linguistic relative of Hungarian that has long attracted scholarly attention. It is relatively well documented, but poorly accessible: a wide range of written records from the 19th century until today exist, but they are highly heterogeneous and disparate. They make use of a wide range of writing systems (different transcriptions and orthographies) and have largely not been digitized or have been digitized in idiosyncratic ways that preclude comparison. By digitizing, homogenizing, and publishing the wealth of existing data, NOMAC will create an unprecedented resource for the study and description of language change over more than a century, which has relevance to the study of language change under contact pressure in general. The corpus will include the totality of texts collected and transcribed by field researchers in the late Russian Imperial period and in the early Soviet period, as well as a maximally large selection of late Soviet and contemporary texts, including spoken texts with audio recordings. In the academic work carried out in conjunction with corpus building we will study the diachronic change in – among other things – the formation of complex sentences, the usage of the passive voice, and verb argument structure over the time span covered by the corpus. Modern technologies and standards in digital humanities are what make the ambitious goals set by NOMAC feasible in the first place and will consequently be employed in our project. Digitalization will happen using the AI-powered OCR software Transkribus; the resulting digital resources will employ consistent Unicode character encoding and adhere to TEI standards. The possibilities offered by modern technology will allow NOMAC to create a comprehensive diachronic corpus for a critically endangered minority language allowing an in-detail view at the minutiae of a language’s history that has not been available to linguists before. This is in sharp contrast to the more modest goals necessitated by technological limitations in previous corpus-building initiatives. The project will be carried out at the Institute of Uralic Studies at LMU Munich, an institution with a long tradition of research in the Ob-Ugric languages. It will involve researchers with strong backgrounds in general linguistics and typology, Ob-Ugric studies as well as digital humanities and computer science.

Forschungsprojekte von Prof. Dr. Elena Skribnik:

2014-2018: Projekt der Fritz-Thyssen-Stiftung „Constructions with adverbial clauses in Mongolic languages (Khalkha, Buryat and Kalmyk)” (Projekt-ID: Az. 10.14.2.082)
Mitarbeiter: Dr. Olga Seesing, Dr.des. Dolgor Guntsetseg.
Das Projekt baut methodisch und inhaltlich auf ein von der Fritz-Thyssen-Stiftung bereits gefördertes Projekt „Digitales Konstruktikon dreier mongolischer Sprachen (Temporalkonstruktionen)“ auf. Ziel des Projekts ist die Erfassung des Inventars von Adverbialsätzen (temporale, kausale, konditionale, konzessive, finale, modale und komparative Nebensätze) und ihre Analyse nach strukturellen und semantischen Eigenschaften, vergleichend zwischen den drei größten mongolischen Sprachen.

2014-2017: DFG/FWF-finanziertes Datenbank-Projekt "Ob-Ugric database: analysed text corpora and dictionaries for less described Ob-Ugric dialects".
Dieses Projekt, das in Zusammenarbeit von Instituten für Finnougristik in München (Leitung und Koordination) und Wien durchgeführt wird, baut auf dem vorherigen Ob-Ugrischen Datenbankenprojekt (EuroBABEL Ob-Ugric Languages) auf: die schon bestehenden Virtual Research Environment und Datenbanken, die sowohl Finnougristen als auch Typologen und einem breiten interessierten Publikum als deskriptive Ressource für die Forschung dienen sollen, werden weiter ausgebaut. Die frei zugänglichen Online-Datenbanken zu Kazym- und Surgut-Chantischen, Ost- und Nordmansischen werden durch die Dialekte Pelym-Mansisch, Nord-Vagilsk Mansisch und Jugan-Chantisch erweitert. Vorgesehen sind außerdem zusätzliche Module wie ein ELAN-Korpus, syntaktische und IS-basierte Analyse, sowie die weiteren grammatischen Beschreibungen und Wörterbücher.

2011-2014: DAAD-Projekt "Kontrastive Beschreibung syntaktischer Strukturen und Vertiefung syntaxbasierter Aspekte einer Übersetzungstheorie und Methodik für das Sprachenpaar Deutsch-Finnisch" (Projekt-ID: 54285282). Projektbezogener Personenaustausch mit Finnland (Universitäten Turku und Vaasa), Projektleiterinnen: Prof. Dr. Elena Skribnik, Kooperationspartnerinnen Prof. Dr. Kirsti Siitonen (Universität Turku), Dr. Liisa Voßschmidt (Universität Vaasa).
Ziel des Projektes ist es, Ergebnisse der Syntaxforschung, Übersetzungswissenschaft und Lernersprachenforschung verknüpfend, syntaxbasierte Elemente einer Übersetzungstheorie von Sach- und Fachtexten zu entwickeln.

2011-2014: Projekt der Fritz-Thyssen-Stiftung
"Digitales Konstruktikon dreier mongolischer Sprachen (Temporalkonstruktionen)" (Projekt-ID: Az. 10.11.2.068).
Mitarbeiter: Dr. des. Olga Seesing, Dolgor Guntsetseg, M.A.
Das Hauptziel des Forschungsprojekts ist es, für die drei größten mongolischen Sprachen – das Khalkha-Mongolische, das Burjatische und das Kalmückische – ein vollständiges Inventar aller Konstruktionen, die zum Ausdruck temporaler Relationen verwendet werden, d.h. ein "temporales Konstruktikon" (als erstes freies digitales Korpus für die mongolischen Sprachen) kontrastiv zu erstellen, so dass die semantische und strukturelle Organisation des Temporalsatzsystems der mongolischen Sprachen ausführlich dargestellt wird. Zusätzlich wird versucht, mögliche Grammatikalisierungsvorgänge, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Entwicklung der temporalen Konstruktionen in allen drei verwandten Sprachen seit Beginn der klassischen mongolischen Schriftsprache zu verfolgen.

2011-2012: DAAD-Projekt "Vergleichende syntaktische und semantische Untersuchungen in den ugrischen Sprachen" (Projekt-ID: 50752914), Projektbezogener Personenaustausch mit der Republik Ungarn, Projektleiterinnen: Prof. Dr. Elena Skribnik, Prof. Dr. Marianne Bakró-Nagy.
Ziele des Projektes sind:

  • die Schließung der Forschungslücken in der Beschreibung, Analyse, Typologisierung sowohl aus strukturellen als auch semantischen Gesichtspunkten
  • die Rekonstruktion vom ugrischen Muster durch die Vergleiche der ausgewählten Konstruktionen und Techniken im Spannungsfeld der genetischen Verwandtschaft, des arealen Kontakts und der agglutinierenden Grundstruktur
  • durch die diachrone und areale Ausweitung Antworten auf Fragen im Bezug der Entstehung der ausgewählten Techniken und Konstruktion geben, indem nach Möglichkeit Grammatikalisierungsfragen miteinbezogen werden

2010-2011: Projekt der Fritz-Thyssen-Stiftung
"Mirativität und Evidentialität im Kalmückischen: zwei distinkte grammatische Kategorien oder zwei Unterkategorien einer abstrakteren Kategorie?" (Projekt-ID: Az 40.10.0.023)
Projektleiterin: Prof. Dr. Elena Skribnik, Mitarbeiterin: Dr. des. Olga Seesing
Das Ziel des Forschungsprojektes ist es, mithilfe einer synchronen korpusbasierten Untersuchung die grammatischen Mittel zu identifizieren, die Mirativität (MIR; aus der Perspektive des Sprechers unerwartete Information) und Evidentialität (EVD; die Quelle, aus welcher der Sprecher eine Information erhalten hat) in dieser Sprache markieren.
In einem zweiten Schritt soll der kategorielle Status von MIR und EVD in der Grammatik des Kalmückischen bestimmt werden; besondere Berücksichtigung soll dabei die Frage finden, ob und in welchem Maße die semantisch-funktionalen Domänen MIR und EVD und ihre Realisierungsformen im Kalmückischen (sowie in weiteren mongolischen Sprachen) voneinander zu unterscheiden sind, bzw. wie genau ihr Verhältnis zueinander am besten erfasst werden kann.

Logo "Ob-Ugric languages"2009-2012: ESF/DFG-finanziertes Datenbank-Projekt "Ob-Ugric languages: conceptual structures, lexicon, constructions, categories - An innovative approach to creating descriptive resources for Khanty and Mansi" (CRP-Nr. 08-EuroBABEL-FP-001). In Zusammenarbeit mit den Instituten für Finnougristik in München (Leitung und Koordination), Helsinki, Szeged und Wien wird eine frei zugängliche Online-Datenbank erstellt, die sowohl Finnougristen als auch Typologen und einem breiten interessierten Publikum als deskriptive Ressource für die Forschung an den Sprachen Kazym- und Surgut-Chantisch sowie Nord- und Ostmansisch dienen soll. Die Planung der Datenbank sieht folgende Module vor: glossiertes und übersetztes Textkorpus der vier Dialekte, e-Grammar, Wörterbücher der vier Dialekte, Thesaurus, etymologisches Wörterbuch, e-Bibliothek mit chantischen und mansischen Texten in Originalform, bibliographische Datenbank, enzyklopädische Texte zu Sprache, Kultur und Forschung.

2007-2009: Teilnahme am Projekt des Bildungsministeriums der Russischen Föderation "Innovative Ausbildungsprogramme und Technologien: Universitäten, Forschungsinstitute, Unternehmen und der Staat", Teilprojekt "Ausbildungsprogramme für Studierende – Muttersprachler der sibirischen indigenen Sprachen") in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Sprachen Sibiriens der Universität Novosibirsk

2007-2008: DAAD-Projekt "Syntaktische und pragmatische Untersuchungen in den uralischen Sprachen" (D/06/05872), Projektbezogener Personenaustausch mit der Republik Ungarn, Projektleiterinnen: Prof. Dr. Elena Skribnik, Prof. Dr. Marianne Bakró-Nagy

2006-2007: DFG / RFFI Projekt "Buryat-Mongol Syntax" (SK 165/1-1); in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für Tibetologie und Mongolistik der RAS, Ulaan-Ude ("Große Akademische Grammatik des Burjat-Mongolischen", Bd. 2 - Syntax).

2003-2006: Teilnahme am EU-Projekt "Extension of the possibilites of indigeous peoples of Siberia in obtaining high level education", priority area "Combating racism and xenophobia and discrimination against minorities and indigenous peoples" (grant contr. B7-701/2002/031541/RX/237), basiert an der Universität Novosibirsk ; in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Sprachen Sibiriens der Universität Novosibirsk

Forschungsprojekte von Dr. Rogier Blokland

Building an annotated digital corpus for future research on Komi speech communities in northernmost Russia zusammen mit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Akademie für Staat und Verwaltung der Republik Komi, Syktyvkar/Russische Föderation
Förderung: Kone Foundation (EUR 175.700)
Projektleiter: Rogier Blokland, Marina Fedina (Syktyvkar) und Michael Rießler (Freiburg)
Laufzeit: 01/2014–12/2016